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Hotelbericht

Saturnia, Terme di Saturnia SPA & Golf Resort

Göttliches Vergnügen im Heilwasser der Antike

Rund 3000 Jahre Thermen-Tradition können nicht täuschen: Im Terme di Saturnia SPA & Golf Resort treffen Toskana-Flair und Luxus-Hotellerie auf warme Quellen und eine Vielzahl von Wellness-Behandlungen.

Es gibt Orte auf dieser Welt, die sind schon bei der Erwähnung mit Emotionen besetzt. Orte, mit denen ich eine bestimmte Vorstellung verbinde und gespannt bin, was mich dann tatsächlich erwartet. Dazu gehört die Saturnia Therme in der Toskana. Als eine der ältesten und beliebtesten Thermen der Welt, bereits in der Antike geschätzt, ist das Luxus-Resort und Spa mit angeschlossenem Golfplatz im Ranking der Wellness-Hotellerie ganz vorne mit dabei.

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Das Tor zum Glück

Ich fahre durch das Eingangstor des 5-Sterne-Resorts und schaue auf sanft geschwungene Fairways und Grüns des 18-Loch-Golfplatzes. In der weitläufigen Lobby werde ich herzlich von Federica, der Marketing Managerin, empfangen. Sie führt mich in das lichtdurchflutete Restaurant 1919 und ich fühle mich sofort im Zentrum des Geschehens: Vor mir, mit Blick auf grüne Hügel und das mittelalterliche Dorf Saturnia, das als älteste Siedlung Italiens gilt, liegt der 1450 qm große natürliche Heilquellenpool. Die wohltuende Stille überrascht und wird nur unterbrochen von Vogelgezwitscher und dem sanften Rauschen des Wassers und der Bäume: Unwillkürlich fühle ich mich ein wenig wie in einer Märchenkulisse, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt … 

Gäste im Terme di Saturnia SPA & Golf Resort baden in einer der energiereichsten Thermen der Welt 

Fasziniert schaue ich in das azurblau bis smaragdgrün schimmernde, glasklare Heilwasser und beobachte, wie es aus zahlreichen Löchern blubbernd mit insgesamt unglaublichen rund 500 Litern pro Sekunde und einer konstanten Temperatur von 37,5 Grad aus der Erde kommt, nachdem es aus der unterirdischen Vulkanquelle des nahe gelegenen Monte Amiata entsprungen ist. „Jeder Liter enthält 2,79 Gramm Mineralsalze, damit gehört diese Therme zu den energiereichsten der Welt,“ erklärt Federica. Doch ein wenig wird das meditative Wohlbefinden irritiert: Meine Nase nimmt einen ziemlich intensiven Schwefelgeruch wahr, der dem hohen Mineralgehalt des Wassers geschuldet ist, wie Federica mir erklärt. 


„Das ist für einige Gäste am Anfang nicht sehr angenehm und ändert sich meist, wenn sie ihre Einstellung zur Natur ein wenig überdenken und akzeptieren, dass dieser Geruch mit der heilenden Wirkung des Wassers und der damit verbundenen Gesundheit für Körper und Geist zu tun hat“, erläutert sie. „Unsere Doktoren sprechen auch von einer Kur-Krise in den ersten zwei Tagen. Danach findet der Körper durch die Wirkung des Wassers zu seinem natürlichen Rhythmus und beginnt, sich wohlzufühlen.“ 

Die traditionelle Therme bekam ein 10 Millionen Euro teures Facelift 

Rund 100 Jahre Heilbad-Tradition umgeben mich, das Restaurant trägt den Namen 1919 nach dem Entstehungsjahr des Resorts. Seit Oktober 2017 ist die Terme di Saturnia nach einem amerikanischen „Intermezzo“ wieder in italienischem Besitz: 2020 investierte der neue Besitzer Massimo Caputi, Präsident des Verbandes der Thermal- und Mineralwasserindustrie Italiens, rund 10 Millionen Euro in eine Komplett-Renovierung, die vom Studio THDP in London mit mediterranen Farben und Elementen aus lokalem Travertinstein, Marmor und toskanischem Leder mit Metalldetails umgesetzt wurde. 


Das frische, neue Outfit steht dem „Natural Destination Resort“ ausgesprochen gut – schließlich hatte es einen Ruf zu verlieren: Als mehrfach ausgezeichnetes Leading Hotel of the World gehört es zu den renommiertesten Wellness-Resorts der Welt.    

Landschaftliche Schönheit und toskanische Architektur 

Wer wie ich schon beim Anblick einer besonderen Umgebung Glücksgefühle bekommt, wird hier in der Maremma, dem südlichen Teil der Toskana mit sanften Hügeln, endlos weiten Blicken über Pinienwälder und Olivenhaine mit kleinen eingestreuten mittelalterlichen Dörfern mehr als belohnt. 


Obwohl die Anreise mit dem Auto über schmale Straßen mit engen Haarnadelkurven nicht gerade unstrapaziös ist, fasziniert die Landschaft mit ihrer Weite und Ursprünglichkeit. Und sie präsentiert sich, abseits der toskanischen Kunstzentren Florenz, Siena oder Pisa als unprätentiöse Schönheit und stimmt so bereits bestens ein auf einen tiefenentspannten Kuraufenthalt, bei dem das Wohlbefinden im warmen Wasser im Mittelpunkt steht. 


Dazu passt, dass sich die Gebäude aus regionalem Travertin-Gestein mit insgesamt 124 Zimmern und Suiten, der großen Gartenanlage und dem Thermalzentrum bestens in die hügelige Landschaft mit ihren sanften Erdfarben und weichen Grüntönen einpassen und eher an ein romantisch-stimmungsvolles, traditionelles toskanisches Landgut erinnern. Keine hochherrschaftliche Bäderarchitektur wie in anderen Kurorten, keine klinisch-kühle Heilbad-Atmosphäre. Stattdessen luftig leichte, mediterrane Farben, bequeme Möbel, lokale Kunst und vor allem eine großzügige Weitläufigkeit, die entspannt und ein „Dolce far niente“, ein Gefühl des süßen Nichtstuns hervorruft. 

Weitläufige Anlage und großzügige Zimmer und Suiten 

Viel Platz gibt es nicht nur im Resort, sondern auch in der Thermenlandschaft mit fünf Außenbecken, Unterwassermassagen, Wasserfällen, Kreislauf-Kneipp-Parcours, Liegewiesen, zahlreichen Ruhezonen, Wintergärten und einer Spa- und Beauty Clinic mit über 50 Behandlungsräumen, die zu den größten und eindrucksvollsten in der Wellness-Welt gehört. 


Meine geräumige Garden Suite mit Sitzecke, Schreibtisch und großzügigem Bad bietet einen direkten Ausgang zum weitläufigen Garten – ideal für Gäste mit Hunden, die sogar kostenfrei mit ins Zimmer dürfen! – in dem ich gerne noch ein bisschen verweilen würde. Doch das Wasser zieht mich magisch an. Wie angenehm, dass der Bademantel vom Frühstück bis in den späten Nachmittag ein nicht nur geduldetes, sondern gern gesehenes Outfit ist. So fällt ein Dress-Up tagsüber weg, was die Entspannung spürbar unterstützt. 


Also schnell hinein ins warme Heilwasser, ein direkter Weg führt zum Quellenpool. Federica gab mir den Rat, Pausen einzulegen zwischen dem maximal 30 Minuten langen Aufenthalt im energiereichen Quellwasser und weiteren Behandlungen oder sportlichen Aktivitäten. Recht hat sie. Das Treiben im Wasser, der Blick auf die umliegenden Hügel und den Ort Saturnia, wohin man im Übrigen zu Fuß zum Aperitivo auf der dörflichen Piazza spazieren kann, macht ein wenig träge und verführt zum Loslassen, was ja auch irgendwie zu einer Kur gehört.  

Weltberühmtes Heilwasser als Kraftquelle bis ins hohe Alter 

Am nächsten Morgen treffe ich auf Gabriella Neri, die im Heilquellenpool regelmäßig ihre Runden dreht. Ich schaue ihren kräftigen Rückenkraulzügen fasziniert zu und kann kaum glauben, dass hier eine 98-Jährige (ihr Alter hat sie mir stolz verraten) gelenkig und geschmeidig wie ein Fisch im Wasser schwimmt. Am Beckenrand strahlt sie mich mit blitzblauen Augen an und schwärmt: „Wenn ich in diesem Wasser schwimme, fühlt sich mein Körper wunderbar leicht an und ich vergesse all meine Schmerzen. Die Therme ist einfach eine Kraftquelle ohnegleichen.“ 


Frau Neri, die wohl älteste Besucherin und seit Jahren Stammgast, lässt mit ihrer Ausstrahlung keinen Zweifel an der besonderen Wirkung des Heilwassers. 


Um dieses einzigartige Gesundheitsgeheimnis wussten schon die alten Römer.Lange bevor die Kur Kult-Status bekommt und Wellness als Quelle von Wohlbefinden gilt, war Saturnia bekannt als eines der ältesten Heilbäder der Welt. Nachdem die Etrusker die Quelle vor rund 3000 Jahren als im Boden verstecktes Juwel entdeckt hatten, erbauten die Römer von hier aus eine Straße – die antike Via Clodia – damit ihre Krieger sich nach der Schlacht und vor der Heimkehr in die Metropole im Heilwasser von geistigen und körperlichen Beschwerden erholen konnten. Später schickte auch der Papst, der in der Nähe des kleinen Dorfes in der toskanischen Maremma eine Sommerresidenz besaß, seine Bischöfe aus dem Vatikan hierher zur Kur. 

Über 100 verschiedene Spa-Treatments 

Wer ein festgebuchtes Programm hat, bekommt natürlich einen Behandlungsplan. Doch auch wenn man den nicht hat, lohnt sich ein Blick in das dicke Spa-Menü der Spa & Beauty Clinic mit über 110 verschiedenen Anwendungen und einer riesigen Auswahl von Thermalbehandlungen mit Heilwasser und Bioplankton, Massagen von Ayurveda über Thai bis zu Hot-Stone und Lymphdrainagen, ärztlichen Konsultationen, Körper- und Gesichtsbehandlungen mit eigener Kosmetiklinie, nicht invasiven kosmetischen Behandlungen bis zu naturheilkundlichen Therapien, „Hole in one“-Treatment mit Massage für Golfer und dem Aufenthalt in einer Kältekammer. SPA, „sanus per aquam – gesund durch Wasser“, die Weisheit der alten Römer wird hier wörtlich genommen! 


Ich entscheide mich für die beliebteste Behandlung, einer Kombination aus einer Massage mit Aromaölen und einer Packung mit dem Bioplankton aus der Heilquelle. Am Tag danach gönne ich mir noch eine Gesichtsbehandlung mit thermeneigener Kosmetik. Danach fühlt sich meine Haut samtweich und bestens regeneriert an, mein Körper reagiert mit wohltuender Müdigkeit, während der Kopf angenehm erfrischt Wohlbefinden registriert. Und der edle Tiegel mit „Plancton Termale Corpo“, eine wunderbar duftende, intensiv wirkende Körpercreme, begleitet mich als Erinnerung nach Hause … 

Im Terme di Saturnia SPA & Golf Resort treffen sich Groß und Klein 

Was sowohl im Thermalzentrum wie auch beim Baden in der Therme auffällt: Auch wenn das Resort wie jetzt im Sommer gut gebucht ist, begegne ich auf dem weitläufigen Gelände meist nur wenigen Gästen und meine Erwartung, hier vorwiegend ältere, eher kranke Menschen zu treffen, erweist sich als Vorurteil: Ich sehe junge Paare und Familien, Ehepaare in mittleren Jahren, sportliche Männer und schick gestylte Freundinnen, darunter viele Italiener. „Saturnia hat besonders in Italien ein ganz besonderes Image. Das ist Heilbad-Tradition über Generationen. Viele unserer Gäste waren schon als Kinder mit den Eltern hier und kommen immer wieder,“ erklärt mir Federica. 

Landschaftlich und spielerisch ein Genuss: Der resorteigene Golfplatz 

Während ausländische Gäste mit dem hoteleigenen Shuttle-Service oder dem eigenen Auto die nahen öffentlichen Heilquellen-Wasserfälle, Weingüter und mittelalterliche Stadtschönheiten wie Pitigliano erkunden, bleiben die Italiener meist im Resort, genießen das süße Nichtstun im Bademantel, spielen Tennis, schwingen sich auf die vom Hotel zur Verfügung gestellten E-Bikes oder genießen eine Runde Golf.

Ein Vergnügen, das sich kein Liebhaber schöner und anspruchsvoller Fairways und Grüns entgehen lassen sollte. Als ich mit Golfmanager Procolo Sabbatino über den 72 Hektar großen Platz fahre, bedaure ich sehr, nicht mehr Zeit zu haben, um hier ein paar Runden zu spielen: Der 2007 angelegte, ganzjährig bespielbare und von Ronald Fream entworfene, geo-zertifizierte 18-Loch-Kurs (Par-72, 6.316 Meter) fügt sich meisterhaft in die umliegende Hügellandschaft ein und punktet mit natürlichen Wasserhindernissen, Seen, wilder Macchia und undurchdringlichem Rough, vielen Olivenbäumen und Zypressen. Mit sechs verschiedenen Abschlägen haben hier Anfänger ebenso viel Freude am Spiel wie Single-Handicapper, Hotelgäste bekommen ein ermäßigtes Greenfee. Procolo erzählt, dass die Grüns regelmäßig mit Thermalwasser besprüht werden. „Was den Menschen guttut, kann doch für die Natur nicht schlecht sein,“ meint er und erzählt: „Seit ich regelmäßig in der Therme bade, geht es mir gesundheitlich besser denn je.“ 

Kulinarische Vielfalt – von rustikal bis Fine Dining 

Ungefähr in der Mitte des Kurses liegt La Stellata, eine romantische, von Blumen umgebene Trattoria mit herrlicher Aussicht, Bestblick auf den Sonnenuntergang, rustikaler Toskanaküche wie Crostini, hausgemachter Pasta und der berühmten Bistecca alla Fiorentina. Für Hotelgäste ein schöner Kontrast zum eleganten, mit weißem Leinen und edlem Silber eingedeckten 1919 Restaurant, wo zum Abschluss des Tages beim siebengängigen Fine Dining Menü ein kulinarisches Feuerwerk vom Feinsten zelebriert wird. 


Hier genieße ich am Abend Lachs auf Wasserkresse-Creme und australisches Wagyu Rind mit Pfifferlingen und zum Dessert Rhabarberflan mit Mandeln. Fackeln entlang des Quellenpools zaubern eine magisch-märchenhafte Stimmung, den Schwefelgeruch nehme ich gar nicht mehr wahr. Lichter, Naturstein und Schirmpinien spiegeln sich im nachtblauen Wasser. Beim Blick in die Sterne muss ich unwillkürlich an die Worte von Gabriella Neri denken. „Wenn ich hier im Wasser auf dem Rücken schwimmend in die Wolken schaue, fühle ich mich unsagbar leicht und beschwingt und möchte am liebsten fliegen vor Glück.“ Noch emotionaler kann man die Terme di Saturnia wohl kaum beschreiben …

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