Palm Springs, Parker Palm Springs
A happy, funky, funny place
Palm Springs kannten wir aus Bildern. Frank Sinatra, Palmen, Pastelltöne, Mid-Century, dieses leicht überzeichnete Kaliforniengefühl. Vor Ort zeigt sich die Stadt vielschichtiger. Internationales Kino, das Coachella Musikfestival, die Weite des Joshua Tree National Park. Und ein Hotel, das all diese Klischees sehr bewusst ignoriert: das Parker Palm Springs.
Kleine Fluchten aus LA
Das Hotel gilt als Hideaway für Schauspieler, Kreative und als Rückzugsort für Menschen aus Los Angeles. Ich gehöre zu keiner dieser Gruppen und will trotzdem genau hierher. Die Fahrt von LA nach Palm Springs dauert knapp zwei Stunden und fühlt sich länger an. Interstate 10, dichter Verkehr, Hitze, wenig Abwechslung. Kurz vor dem Valley verändert sich das Bild. Tausende Windräder stehen in der Wüste und drehen sich langsam vor den Bergen. Kein Postkartenmotiv, aber ein starkes, das bleibt.
Die bunte Welt des Parker Palm Springs
Vor dem Parker erhebt sich eine hohe, weiß verputzte Betonmauer, ornamental durchbrochen. Dahinter ein großes orangefarbenes Tor, das sich öffnet und den Blick freigibt auf eine bunte Welt mit witzigen Details, eingebettet in ein weitläufiges Gelände mit Palmen.
Das Parker fühlt sich für mich nicht wie ein Hotel an. Eher wie ein sehr privates Anwesen mit eigenem Humor und deutlich spürbarem Jetset-Flair der Sechzigerjahre. Es wirkt wie der Rückzugsort der sehr wohlhabenden und exzentrischen Mrs Parker, einer Gastgeberin mit Sinn für Farbe, Muster, Fundstücke und Geschichten.
Mrs Parker: die Idee des Designers Jonathan Adler
Mrs Parker ist frei erfunden. Der Designer Jonathan Adler hat sie als Leitfigur für das Hotel geschaffen und dem Anwesen damit eine Figur gegeben, an der sich alles orientiert. Die Lobby ähnelt einem großzügigen Wohnzimmer. Unterschiedliche Sitzecken, Bücher, Objekte, Textilien. Man setzt sich automatisch, schaut sich um und kommt an.
Wohnen im Parker Palm Springs
Zu unserem Zimmer gelangen wir durch ein parkähnliches Gelände mit verschlungenen Wegen und versteckten Ruheplätzen. Alles ist weitläufig, nichts beengt. Uns erwartet ein Himmelbett mit bestickten Kissen in Orange und Pink, Grastapeten, Lammfelle, eine schwere Lederottomane. Auf dem Sideboard liegen Bücher und Magazine, daneben eine gut gefüllte Minibar. Im großen Marmorbadezimmer hängen Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Sechzigern. Die Pflegeprodukte sind hochwertig und gut gewählt. Parfum von Hermès, Molton Brown Cremes und Duschgels, sogar Sun Blocker.
Roomservice von Mister Parker
Zur Begrüßung trinken wir marokkanischen Tee auf unserem Patio. Nach der Fahrt wollen wir nicht mehr raus und bestellen Dinner ins Zimmer. Das Essen aus dem Restaurant Mister Parker kommt per Dreirad. Ein Detail, das man sich merkt. Die französisch-amerikanische Fusion-Küche ist geschmacklich auf den Punkt und passt gut zur Atmosphäre des Hauses. Unabhängig vom Roomservice ist das Restaurant wegen seines speziellen Ambientes unbedingt einen Besuch wert.
Frühstück bei Norma’s
Dank Jetlag erleben wir einen magischen Sonnenaufgang über der Wüste, bevor wir auf der Terrasse von Norma’s frühstücken. Eggs Benedict in verschiedenen Varianten, guter Kaffee, entspannte Gespräche an den Nachbartischen. Das Publikum ist gemischt. Paare aus Los Angeles, internationale Gäste, Freunde auf Wochenendtrip. Niemand spielt eine Rolle.
Das mag ich. Genauso wie den Service, der freundlich, präsent und unaufgeregt ist.
Pool, Spa und Aktivitäten im Parker Palm Springs
Tagsüber verteilen sich die Gäste an einem der beiden Pools, auf den Tennisplätzen oder treffen sich zum Golfen. Andere verschwinden Richtung Wüste und erkunden wie wir die Wanderwege rund um Palm Springs.
Für Entspannung, Wellness, Yoga oder Pilates zieht man sich in den Palm Springs Yacht Club zurück, den großzügigen Spa-Bereich des Hotels, etwas abseits im Park gelegen.
In dem pavillonartigen Gebäude werden vielfältige Massagen und Treatments angeboten, und es gibt ein modernes Gym mit Blick ins Grüne.
Das Parker Palm Springs ist ein charmantes, eigenwilliges Luxushotel. Unkonventionell, verspielt und sehr bewusst anders.
Ein Ort, an dem man gut ankommt und gerne bleibt.