luxuszeit
×
Land
Kategorie
Amerika
Zeit für besondere Hotels
Hotelbericht

Salzburg, Hotel Goldener Hirsch

Ein historisches Haus mit modernem Charakter

Bei Salzburg hat man sofort Bilder im Kopf: Mozart, Festspiele, barocke Altstadt, Souvenirs. Sehr viel Geschichte und sehr viele Touristen.

Umso überraschter waren wir, wie urban und entspannt sich die Stadt dann doch angefühlt hat.

Dazu hat auch der Goldene Hirsch beigetragen, in dem wir zwei Tage verbracht haben. Das Hotel, heute Teil der Luxury Collection von Marriott, gehört zu den ältesten Häusern Europas, die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1407 zurück. Trotzdem wirkt hier wenig wie ein museales Traditionshotel. Eher wie ein Haus, das mit seiner Geschichte ganz selbstverständlich umgeht, ohne dabei altmodisch zu erscheinen.

Weiterlesen

Ankommen in der barocken Altstadt

Bei unserer Anfahrt zur Altstadt passieren wir das Sigmundstor, einen Tunnel durch den Mönchsberg. Und Salzburg fühlt sich plötzlich genauso an, wie man es sich vorstellt. Alte Fassaden, schmale Gassen, Kopfsteinpflaster, historische Gebäude, wohin man schaut.


Der Goldene Hirsch liegt mitten in der Getreidegasse, in der auch Mozarts Geburtshaus steht. Wir fahren zum Hintereingang und werden angenehm unaufgeregt und herzlich empfangen.

Empfang deluxe

Das Auto wird geparkt, was in der Salzburger Altstadt tatsächlich ein Thema ist. Unser Gepäck verschwindet aufs Zimmer und schon sitzen wir mit einem Glas Champagner an der Bar. Die Decke öffnet sich hier über mehrere Etagen bis zu einem verglasten Dach und schafft ein großzügiges Raumgefühl. Viel Tageslicht, dunkles Holz, klare Linien.


Offenbar gefällt die Atmosphäre nicht nur Hotelgästen. Auch viele Salzburger treffen sich hier nach der Arbeit auf einen Drink.

Der Goldene Hirsch – ein Salzburger Haus mit Stil

Das Hotel besteht aus mehreren historischen Gebäuden, die über die Jahre miteinander verbunden wurden, und erinnert an ein altes Stadtpalais, das immer weitergewachsen ist. Treppen führen in andere Gebäudeteile, Gänge verlaufen nicht gerade, hinter schweren Türen öffnen sich neue Räume.


Die Zimmer und Suiten wurden behutsam renoviert, ohne ihnen den historischen Charakter zu nehmen. Manche Möbel haben Gebrauchsspuren, die neuen Stoffe orientieren sich an traditioneller Handwerkskunst, und die Räume behalten ihre Eigenheiten.


Mir gefallen Details wie der schwere goldene Zimmerschlüssel, die originalgetreu nachgefertigten Lichtschalter, das alte Wähltelefon auf dem Nachttisch oder die Retro-Espressomaschine, aus der überraschend guter Espresso mit Crema kommt.


Besonders schön ist auch der ausklappbare Schminktisch mit kleinen Schubladen, beleuchtetem Vergrößerungsspiegel und versteckten Steckdosen für Föhn und Co.


Selbst der TV-Bildschirm verschwindet fast hinter einem antiken Zierrahmen.


Technisch ist alles auf dem neuesten Stand, nur eben so integriert, dass es kaum auffällt. Auch moderne Details wie das Washlet fügen sich ganz selbstverständlich ein.


Gerade diese Mischung macht den Goldenen Hirsch interessant. Viel Geschichte, aber ohne sie ständig inszenieren zu müssen. Nichts wirkt überrestauriert oder künstlich perfekt.


Geprägt wurde dieser Stil vor allem durch Harriet Walderdorff, die das Hotel ab Ende der 1940er Jahre neu ausrichtete. Sie wollte kein schweres Grandhotel, sondern eher ein Salzburger Haus mit regionalen Stoffen, Antiquitäten und einer Eleganz, die wohnlich statt repräsentativ ist.


Genau das spürt man bis heute im ganzen Haus, angefangen in der kleinen Lobby bis hin zu den unterschiedlich gestalteten Frühstückszimmern. Nichts ist steif oder aufgesetzt, auch der Service nicht. Alle sind freundlich, aufmerksam und professionell, aber ohne die übertriebene Förmlichkeit, die einem in klassischen Luxushotels oft begegnet.

Österreichische Klassiker und Salzburger Nockerl im Herzl

Abends im Restaurant Herzl bleibt die Atmosphäre genauso entspannt. Dazu passt die Küche mit österreichischen Klassikern wie Tafelspitz, Backhendl oder Wiener Schnitzel, daneben hausgebeiztem Bachsaibling, Bärlauchrisotto und zum Dessert natürlich Salzburger Nockerl mit Wildpreiselbeeren.


Die luftigen Nockerl erinnern optisch tatsächlich ein wenig an schneebedeckte Berge. Sehr süß, ziemlich mächtig und trotzdem fällt es mir schwer, aufzuhören.


Vom Gastgarten des Herzl blickt man direkt auf das Festspielgelände. Im Sommer treffen sich hier Salzburger, Hotelgäste und Festspielpublikum. 

Von der Getreidegasse zum Mönchsberg

Überhaupt ist man im Goldenen Hirsch mittendrin und kann vieles zu Fuß erreichen.


Direkt vor der Tür beginnt die Getreidegasse mit ihren mittelalterlichen Häusern und den charakteristischen schmiedeeisernen Zunftschildern.


Alteingesessene Traditionsbetriebe, internationale Luxusmarken und natürlich Mozarts Geburtshaus (selbst das Logo des Spars im Erdgeschoss glänzt hier in Gold) ziehen täglich zahlreiche Besucher an.


Dazwischen öffnen sich immer wieder ruhigere Innenhöfe, kleine Passagen und versteckte Durchgänge abseits des Trubels.


Wir laufen weiter hinauf auf den Mönchsberg zum Museum der Moderne. Oben verändert sich der Blick auf Salzburg. Man schaut auf die barocke Altstadt, die Salzach, das Festspielhaus und die Festung Hohensalzburg. Dahinter Villen an den Hängen und viel Grün.


Der Museumskomplex mit seiner Fassade aus Untersberger Marmor ist minimalistisch: viel Glas, klare Linien und große Fensterflächen. Ein starker Kontrast.


Auf der Aussichtsterrasse bleiben wir noch eine Weile sitzen. Danach geht es über den Rundweg zurück zum Goldenen Hirsch, entlang der Salzach mit ihren Brücken und Stegen.

Geschichte weiterdenken

Dort treffe ich General Manager Wolfgang Putz im Barbereich, einem seiner Lieblingsplätze im Hotel. Bei einem Haus mit über 600 Jahren Geschichte stellt sich natürlich die Frage, wie viel Erneuerung überhaupt möglich ist.


Im Gespräch wird schnell deutlich, dass man im Goldenen Hirsch sehr bewusst und respektvoll modernisiert. Technik und Komfort werden kontinuierlich weiterentwickelt, ohne dabei alles glattzuziehen oder den historischen Charakter zu verlieren.


Vielleicht ist es genau diese Balance zwischen Geschichte und Gegenwart, die den Goldenen Hirsch so besonders macht.

Mehr Infos: Zum Hotel »