Hua Hin, Chiva-Som
Home away from Home
In den 90er Jahren eröffnete das Chiva Som als Pionier der Wellnesshotellerie in Thailand seine Tore für gesundheitsbewusste Reisende aus aller Welt. Heute präsentiert sich das vielfach preisgekrönte Resort modernisiert und bleibt dennoch seiner Tradition als „Oase des Lebens“ treu.
Für mich ist es ein Wiedersehen nach rund 25 Jahren. Und ich stelle fest: Auch nach langer Zeit fühlt sich dieser Ort noch immer vertraut an.
Ein Pionier für ganzheitliche Wellness
Drei Stunden südwestlich von Bangkok liegt Hua Hin, der ruhige Badeort am Golf von Thailand. Als sich die Tore zur tropischen Gartenanlage am Meer öffnen, ist die Erinnerung sofort wieder präsent.
Seit meinem letzten Besuch habe ich die Schönheit dieses Gartens nie vergessen.
Das Zwitschern der Vögel, das Plätschern der kleinen Wasserfälle und Brunnen, der Teich mit Lotusblüten, die Pagodendächer der Thai-Pavillons, der kunstvoll geflochtene Willkommensgruß aus Jasmin und kleinen Rosen, die strahlenden Gesichter, die mich wie eine Freundin des Hauses willkommen heißen: Ich bin angekommen.
Im vergangenen Jahr feierte das Chiva Som, auf Sanskrit „Oase“ oder „Hafen des Lebens“, sein 30-jähriges Jubiläum. Ein Grund mehr zurückzukehren und festzustellen: Hier wird ganzheitliche Wellness für Körper, Geist und Seele gelebt. Und das auf besonders stimmungsvolle thailändische Art.
Ein tropischer Garten mit Thai-Pavillons, geprägt von Ed Tuttle
Beim ersten Rundgang durch die etwa 28.000 Quadratmeter große Anlage mit Palmen, Bambus, alten Banyanbäumen und üppig blühender Bougainvillea, der Orchid Lounge mit ihren unzähligen Orchideen, dem großen Außenpool und dem Restaurant Taste of Siam mit Terrasse direkt am Meer scheint vieles unverändert. Und doch hat sich das Haus behutsam weiterentwickelt.
Ed Tuttle, der auch die Aman Hotels stilistisch geprägt hat, verantwortete die Neugestaltung der Innenräume. Ich bin begeistert von der minimalistischen Eleganz, die eine harmonische Verbindung zwischen der tropischen Natur und dem dezenten Luxus des Hauses schafft.
In meinem Thai-Pavillon gefällt mir die Kombination aus ästhetischer Schönheit und funktionalem Wohnkomfort: hohe Decken, fließende Übergänge vom Wohnbereich zum Bad und zur Sala, einem überdachten Sitzbereich im Garten, und Materialien wie Teakholz, Bambus, Rattan und Seide in warmen Naturtönen.
Eine wunderbare Wohnoase und der ideale Ausgangspunkt für eine Wellnessreise mit außergewöhnlicher Vielfalt.
Die Vision des Gründers – damals wie heute
Bereits bei der Gründung von Chiva Som war klar, dass hier ganzheitliche Gesundheit im Mittelpunkt stehen soll. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Angebot wurde zwar kontinuierlich erweitert, die ursprüngliche Vision jedoch nie aus den Augen verloren.
Boonchu Rojanastien, damals 72-jähriger Präsident der größten Bank Südostasiens und Thailands erster Wirtschaftsminister, ließ 1993 sein eigenes Strandhaus abreißen, um auf diesem Grundstück ein Wellnessresort zu errichten, das 1995 eröffnet wurde. Zuvor hatte er vor allem in Europa zahlreiche Kurorte besucht und sich dort Anregungen geholt, um einen Ort der Erholung in seinem Heimatland zu schaffen.
Eine Kultur des Wohlbefindens
Bis heute wird das Chiva Som als Familienunternehmen geführt. Boonchus Sohn Krip Rojanastien, der selbst in der Anlage lebt und inzwischen von seinem 35-jährigen Sohn unterstützt wird, erklärte zum 30-jährigen Jubiläum:
„Chiva-Som ist seit drei Jahrzehnten mehr als nur ein Reiseziel. Es war eine Familienmission und eine persönliche Reise, die 1995 begann. Nach nunmehr dreißig Jahren setzt Chiva-Som weiterhin auf die Werte Wohlbefinden, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit.
Die heutigen Gäste suchen nicht nur nach einer Unterkunft, sondern auch nach Erlebnissen, die mit ihren Werten im Einklang stehen, insbesondere mit ihrer Verbundenheit zur Natur und zur Gemeinschaft vor Ort.
Zu sehen, welchen Einfluss wir auf das Leben unserer Gäste und der Menschen in unserem Umfeld haben, ist zutiefst ergreifend. Unsere Vision ist es, eine Kultur des Wohlbefindens zu fördern und gleichzeitig die nächste Generation dafür zu sensibilisieren, wie eng Wellness und Nachhaltigkeit miteinander verbunden sind.“
Ganzheitliche Gesundheit und Lebensfreude
Diese Mission, angeführt vom Leitspruch des Gründers „Above all – enjoy your life“, ist im gesamten Resort spürbar. Mir geht es wie vielen Gästen, die im Chiva Som ankommen: Schon nach kurzer Zeit fühle ich mich wie in einem zweiten Zuhause, als Teil einer Familie.
Das Gesundheitskonzept erfüllt nach wie vor höchste Ansprüche. Ziel ist es, Menschen dabei zu helfen, sich selbst besser kennenzulernen, ihren Lebensstil zu hinterfragen und nachhaltig zu verändern. Longevity wurde hier bereits praktiziert, lange bevor der Begriff zum Wellness-Schlagwort wurde.
Die internationale Anerkennung ließ nicht lange auf sich warten: Der Condé Nast Traveller wählte das Chiva Som 19 Jahre in Folge unter die drei besten Destination Spas der Welt. Kein anderes Resort dieser Kategorie hat diese Serie je erreicht.
Über 300 Mitarbeiter kümmern sich um die Gäste in nur 54 Zimmern und Suiten. Darunter viele, die seit 20, 25 oder sogar 30 Jahren hier arbeiten. Ihre Verbundenheit mit dem Haus wird jedes Jahr mit einer Feier und besonderen Geschenken gewürdigt.
Auch das Angebot für Diagnostik und Therapie wurde über die Jahre kontinuierlich ausgebaut. Heute umfasst es mehr als 200 Behandlungen aus den Bereichen Physiotherapie, ganzheitliche Gesundheit, Ernährung, Fitness, Spa und ästhetische Schönheitspflege. Dafür stehen 70 Behandlungsräume zur Verfügung – mehr als das Resort Gästezimmer hat. Zum Team gehören Ärzte, Ayurveda-Praktiker, Akupunkteure, Spezialisten für Traditionelle Chinesische Medizin, Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Ernährungsberater.
Persönliche Betreuung und echte Aufmerksamkeit
Hinter all diesen Zahlen steht etwas, das sich nicht messen lässt: die Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Gast.
Der Gärtner, der mir beim Morgenspaziergang zum Sonnenaufgang einen schönen Tag wünscht. Die engagierte Physiotherapeutin, die mir ein persönliches Video für Übungen zuhause aufnimmt. Der Tai-Chi- und Yoga-Lehrer, der mich liebevoll unterstützt und korrigiert. Die Hautärztin, die mir nach einem High-Tech-Scan Tipps zum Sonnen- und Hautschutz gibt. Die Therapeutin für Traditional Thai Medicine und Reiki, die so einfühlsam behandelt, dass ich mich wie in Trance fühle. Mein Pavillon-Butler, der bereits beim Frühstück fragt, welche Wünsche ich für den Tag habe.
Sie alle kümmern sich um jeden Gast, als sei er der Einzige.
Im Restaurant Taste of Siam wird mir bereits am zweiten Tag ungefragt mein Lieblingstee serviert. Auch dort werde ich so herzlich wie eine gute Freundin empfangen und ebenso fachkundig wie aufmerksam bei der Auswahl meiner Mahlzeiten beraten, die zu den Höhepunkten meines dreitägigen Kurzprogramms gehören.
Kulinarischer Genuss und Gesundheit im Einklang
Beim Gedanken an die kulinarischen Köstlichkeiten schlägt mein Bauch noch heute Purzelbäume vor Wohlbehagen. Kein Auszug aus einer Speisekarte kann wiedergeben, welche geschmackliche Vielfalt sich hinter den Gerichten verbirgt.
Das Frühstück zum Sonnenaufgang über dem Meer beginnt mit Healthy Shots von Apfel über Kokosöl bis Rote Bete, einem Dutzend verschiedener Teesorten, Eierspeisen, Gemüse und frischem Fisch. Selbst Kaffee gibt es – allerdings nur auf besondere Nachfrage und sofern das gebuchte Programm es erlaubt. Gleiches gilt für das Glas Wein am Abend.
Beim Lunch und Dinner setzt sich die kulinarische Reise fort. Symbole auf der Karte geben Auskunft über Kalorien, Protein- und Fettgehalt sowie mögliche Allergene. Thailändische Kräuter, frischer Fisch, Gemüse in unterschiedlichsten Variationen und fein abgestimmte Aromen sorgen für Genuss, ohne je zu schwer zu wirken.
Gäste, die auf ihr Gewicht achten möchten oder unter Allergien leiden, erhalten individuelle Empfehlungen und speziell abgestimmte Gerichte.
Wer alleine reist und Austausch sucht, findet am Talk Table schnell Kontakt zu anderen Gästen und Therapeuten.
Die persönliche Betreuung und Aufmerksamkeit, die mir überall im Resort begegnet, trägt dazu bei, dass ich mich schnell als „part of the family“ fühle. Womit sich ein Kreis schließt: Chiva Som wurde einst für Family and Friends gegründet und ist bis heute für viele Gäste ein Home away from Home.