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Blick in die Executive Lounge
Ein Ort der Ruhe mitten in Moskau
Blick in ein Zimmer
Insgesamt besitzt das Metropol 365 Zimmer, wobei die meisten im historischen Stil ausgestattet sind.
Die neu renovierten Grand Superior Doppelzimmer verfügen über eine Klimaanlage, einen Sitzbereich und eine Minibar mit Nespresso-Maschine.
Die Luxussuiten sind mit edlen Möbeln und Interieur im russischen Jugendstil verziert.
Das Bad ist Luxus pur und sehr edel mit weißem Marmor ausgestattet.
Tea Time im Restaurant Savva
Das Restaurant Savva verwöhnt mit russischer Küche mit skandinavischen, italienischen und französischen Einflüssen.
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Fr. 01.09.2017, Udo S.

Hotel Metropol, Moskau

In der Vergangenheit schwelgen 

 

Als sich mir die Gelegenheit bot, für ein verlängertes Wochenende nach Moskau zu reisen, war ich deutlich aufgeregter, als ich es von ähnlichen Trips in eine europäische Metropole gewohnt war. 

 

Zu viele Klischees über die russische Mentalität und ihr oligarchisches Verhalten hatten sich in meiner Vorstellung angesammelt. Und jetzt sollte mich meine Reise ins Zentrum des riesigen Reiches mit Blick auf den Kreml und den Roten Platz führen. Ich war gespannt.      

 

Eine Reise nach Russland ist auch heute noch etwas Besonderes. Das liegt nicht nur an der fremden Sprache und der unverständlichen kyrillischen Schrift. Während man für einen Wochenendtrip nach London oder Paris auch einen Tag vorher seinen Flug und sein Hotel buchen kann, muss man eine Reise nach Russland planen. Dazu zwingen einen schon die strengen Visumbestimmungen, die neben einer Einladung auch einen Nachweis über ein geregeltes Einkommen sowie eine gültige Krankenversicherung fordern.

 

In der Limousine durch Moskau

 

Ich hatte also ausreichend Zeit, mich auf meinen dreitägigen Ausflug nach Moskau vorzubereiten. Als ich am internationalen Flughafen Moskau-Scheremetjewo ankam, erwartete mich bereits ein Fahrer in tadellosem Anzug, der mich zu einer eleganten BMW-Limousine in Überlänge führte. Beinahe in Liegeposition konnte ich vom Fond des Wagens aus in Ruhe die Fahrt durch die russische Metropole genießen, die trotz Urlaubszeit fast eine Dreiviertelstunde dauerte.

 

Während die protzigen Neubauviertel in den Außenbezirken eher abschreckend wirkten, änderte sich das Bild, nachdem wir den inneren Autobahnring überquert hatten. Die verschiedenen Architekturstile gefielen mir und so war ich ganz überrascht, als das Metropol Hotel in seiner vollen Pracht vor mir auftauchte. Ich muss zugeben, dass mich der erste Eindruck eher an einen Sultanspalast erinnerte, den ich einmal in Istanbul besichtigt hatte. Doch das 1147 gegründete Moskau mit seinen offiziell über 10 Millionen Einwohnern war bekanntlich schon immer ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen.

 

Treffpunkt für berühmte Künstler und Schriftsteller

 

Eine große Historie weist auch das 1905 errichtete Metropol Hotel auf. Sein Erbauer, der Industrielle und Kunstmäzen Savva Mamontov, wollte mit dem Projekt eine moderne Begegnungsstätte schaffen, bei der nicht nur die körperliche Erholung sondern auch der kulturelle Austausch im Mittelpunkt stehen sollte. Bis zur Machtübernahme der Bolschewiken im Jahre 1917 blieb das Hotel folglich Treffpunkt für berühmte Künstler, Schriftsteller und die Moskauer Kulturelite. Doch auch unter den Kommunisten war das Hotel eine Institution. So hielt Revolutionsführer Lenin vom Balkon des damals größten Hotels Russlands gleich mehrere Reden. An seinen Gründer erinnert heute wieder das hoteleigene Gourmet-Restaurant Savva, in dem ich später noch den Einfallsreichtum der russischen Küche genießen sollte.       

 

Als ich das imposante Hotelfoyer betrete – die Kristallleuchter und Marmorböden strahlen einen altehrwürdigen Glanz aus – begrüßt mich gleich eine bezaubernde Concierge-Dame in schicker grauer Uniform. Tatjana informiert mich kurz über das Hotel, während sich gleichzeitig eine Kollegin den Check-In vornimmt. Fünf Minuten später kann ich schon mit den ersten Besichtigungstipps ausgestattet mein Zimmer aufsuchen. Es liegt im vierten Stock, so dass ich das Vergnügen habe, den stilvollen Aufzug zu nehmen. Er soll bereits bei der Eröffnung des Hotels vorhanden und der erste seiner Art in Moskau gewesen sein.  

       

Insgesamt besitzt das Metropol 365 Zimmer, wobei die meisten im historischen Stil ausgestattet sind. Darunter sind auch 69 Luxussuiten, die mit edlen Möbeln und Interieur im russischen Jugendstil verziert sind. So wurden beispielweise die Textilien und der Eichenparkett im Originaldesign gestaltet.

 

Ich logiere in einem der 28 neu renovierten Grand Superior Doppelzimmer, das über eine Klimaanlage, einen Sitzbereich und eine Minibar mit Nespresso-Maschine verfügt. Zwar fehlt hier der historische Bezug, dafür ist das Zimmer mit 44 Quadratmetern größer als die älteren Räume. Um den zusätzlichen Platz zu schaffen, wurde extra der Hotelflur verschmälert. Wenn die Renovierungsarbeiten endgültig abgeschlossen sind, soll die Zahl der Räumlichkeiten auf 270 sinken, davon 120 neue Suiten.

   

Mit Marmor ausgestattetes Bad

 

Mein Bett ist passend zur Zimmergröße riesig – und äußerst bequem. Das angrenzende Bad ist Luxus pur und sehr edel mit weißem Marmor ausgestattet. Neben einer Badewanne, einer separaten Dusche und einem eigenen WC stehen zwei Waschbecken und sogar ein integrierter Flachbildschirm zur Verfügung. Auch das kostenfreie WLAN funktioniert hier einwandfrei. Ein Fön und diverse Badeutensilien stehen ebenfalls zur Verfügung. Während sich mein Zimmer mit jedem westeuropäischen 5-Sterne-Hotel messen kann, ist der Ausblick auf das berühmte Bolschoi-Theater einzigartig und erinnert mich daran, dass es auch außerhalb des Hotels viel zu besichtigen gibt.

 

Neben dem stilvollen historischen Ambiente zeigt sich hier ein weiterer Pluspunkt des Hotels: Die Lage mitten im Zentrum von Moskau ist nicht zu überbieten. Der rote Platz mit dem berühmten Kaufhaus Gum, der Kreml und – wie schon erwähnt – das Bolschoi-Theater, liegen nur einen Steinwurf entfernt. Für größere Ausflüge befindet sich die U-Bahn-Station Teatralnaja in Sichtweite des Hotels. Ein Besuch der pompös gestalteten Haltestelle lohnt sich allerdings auch ohne eine Fahrt. Generell ist ein Besuch der Moskauer Metrostationen ein unvergessliches architektonisches Erlebnis. Wer zum Vergleich schon einmal die New Yorker U-Bahn gefahren ist, stellt hier schnell die Systemfrage.         

 

Russisches Menü im Restaurant Savva

 

Sightseeing macht bekanntlich hungrig. Zum Glück ist am Abend ein typisch russisches Menü im Restaurant Savva geplant. Hier kocht seit 2013 Andrey Shmakov, der auf deutschen Kreuzfahrschiffen, später dann in verschiedenen europäischen Restaurants und in der Sternegastronomie seine kulinarischen Erfahrungen gewonnen hat. Sein Motto: russische Küche mit hochwertigen lokalen Zutaten kombiniert mit skandinavischen, italienischen und französischen Einflüssen.  

 

Eine absolute Spezialität im Savva ist der traditionelle Borsch mit hausgemachtem Nastoyka, eine Art Wodka. Als Vorspeise werden russische Pfannenkuchen, genannt Blinis, mit Lachs, Weißfisch – oder als edelster Variante Störkaviar – serviert. Um bei den Gästen Platz für weitere Gänge zu schaffen, werden zwischendurch verschiedene Wodka-Mischungen gereicht. Am nachhaltigsten habe ich die Ingwer-Variante im Gedächtnis. Natürlich darf auch eine nahrhafte Solyanka-Suppe aus verschiedenen Fleischsorten sowie Heilbutt und Kapern nicht fehlen. Mit einem Rinderfilet als Hauptgang gelange ich schließlich wieder auf vertrautes Terrain.

 

Russische Weine

 

Weniger bei westlichen Gästen bekannt sind die russischen Weine. Auch hier will Küchenchef Andrey Shmakov zeigen, dass lokale Produkte durchaus international konkurrenzfähig sein können. Mir persönlich hat der leichte Weißwein mit dem klingenden Namen Sibirkovij sehr gut geschmeckt. Auch der Cabernet Sauvignon aus Sikory hat mit meinem Rinderfilet harmoniert.  

 

Das Savva ist auch bei gut betuchten Moskauern ein beliebter Treffpunkt, um die russische Küche auf höchstem Niveau zu genießen. Namensgeber und Hotelgründer Savva Mamontov hätte sicherlich seine Freude gehabt.  

 

Das Frühstück am nächsten Morgen findet in der Metropol Hall statt. Das riesige Glasdach ist atemberaubend. In der Mitte plätschert ein Springbrunnen, während eine Musikerin auf einer kleinen Bühne mit einer Harfe für eine entspannte Hintergrundmusik sorgt. Die Tische sind festlich gedeckt, das opulente Buffet wird etwas abgetrennt in einem Nebenraum serviert. Auch eine Live-Cooking-Station für diverse Eierspeisen steht zur Verfügung.

 

Da ich am Morgen eher wenig esse, kann ich mich ganz der Atmosphäre hingeben und mich wie eine der zahlreichen Berühmtheiten, die das Metropol in seiner Geschichte beherbergt hat, fühlen. Neben Schriftstellern wie Berthold Brecht und Bernhard Shaw saßen hier schon Mao Zedong und Musikstars wie David Bowie und Michael Jackson. Letzterer war von dem Charme des Metropols so begeistert, dass er sich sogar zu einem Klaviersolo überreden ließ. Der Pracht des Metropol Hotels konnten sich eben weder sensible Künstler noch nüchterne Politiker entziehen.

 

Durch den Rubelverfall, ausgelöst durch die Wirtschaftssanktionen, ist das Metropol Hotel inzwischen auch für „normale“ Reisende bezahlbar geworden. Nach Auskunft des Schweizer Hoteldirektors Dominique Nicolas Godat ist die Belegung seit 2015 um jährlich elf Prozent gestiegen, so dass die Auslastungsquote bei durchschnittlich 66 Prozent liegt. Im August, als ich das Metropol besuchte, war das Hotel sogar ausgebucht. Neben Reisegruppen wollen immer mehr Individualreisende ihre Russlandreise mit einem Besuch des einzigartigen Metropols krönen. Eine gute Idee, wie ich finde. 

Mehr Infos:

Zum Hotel Metropol
 
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